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Im Wesentlichen war es ein Wort des Trostes. Ein Wort der Hoffnung. Ein Wort der Zuflucht. Um erneute Kraft für die kommenden Prüfungen des Herrn zu erhalten. Um neue Entbehrungen zu ertragen. Oder sogar dem sicheren Tod zu entkommen.
Wie viele Gebete wurden nicht erhört? Wie viele wurden nicht beantwortet? Zumindest nicht in dem Moment, wo die Hilfe des Herrn am nötigsten war. Wo der Betende sich in die Hoffnung flüchten musste, dieser Hölle auf Erden selbst entkommen zu können. Sie mussten um ihrer Eltern, Brüder und Schwestern, Kinder und Enkelkinder willen überleben. Sie wollten überleben, um der Welt die Wahrheit zu verkünden. Die Wahrheit über das Entsetzen und die Ungerechtigkeit. Sie würden überleben, um der ganzen Welt die Kraft des Glaubens und der göttlichen Macht zu verkünden. Der Macht Gottes über die Finsternis.

Dies Irae
‘Dies irae, dies illa’ (‚Tag des Zornes, Tag der Anklage‘).
Diese wenigen Worte deuten an, was in diesem Abschnitt geschehen wird. Das ‘Dies Irae’ wurde seit Längerem nicht mehr als Todesszene in Liturgien verwendet. In früheren Zeiten wurde der Text oft in verschiedene Abschnitte unterteilt. Da ich ihn als Anklage und Abneigung der Opfer gegen ihre Peiniger interpretiere, entschied ich mich ihn als Ganzes zu verwenden.

Schon die ersten vier Worte der Eröffnung – gesungen vom Chor in Begleitung von Blechbläsern und Pauke – spiegeln sowohl die Wut und Abneigung der Opfer als auch den Zorn des Herrn wider. Dann umhüllen der Sopran, Tenor und Chor die erste Anklage.



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